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CBCL

Aus ADHSpedia

Die Child Behavior Checklist (CBCL) ist ein Elternfragebogen zu Verhaltensauffälligkeiten, emotionalen Problemen, körperlichen Beschwerden und Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Die amerikanischen Originale stammen von dem Psychologen Thomas M. Achenbach. Zur selben Fragebogenfamilie gehören ein Lehrerfragebogen (Teacher's Report Form, TRF) und ein Fragebogen für Jugendliche (Youth Self Report, YSR). Die CBCL ist kein ADHS-spezifisches Verfahren. Für die Diagnostik der ADHS sind vor allem die Syndromskala „Aufmerksamkeitsprobleme“ und die DSM-orientierte Skala „Unaufmerksamkeits-Hyperaktivitätssymptome“ einschlägig.[1]

Deutsche Fassungen

Schulalter

Die aktuellen deutschen Schulalter-Formen CBCL/6-18R (Eltern), TRF/6-18R (Lehrkräfte) und YSR/11-18R (Jugendliche ab 11 Jahren) hat die Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist um Manfred Döpfner, Julia Plück und Claudia Kinnen 2014 herausgegeben. Sie beruhen auf der amerikanischen Revision von 2001 und lösen die älteren deutschen Fassungen ab. Einzelne Items wurden ersetzt, Skalen teilweise neu zusammengesetzt und umbenannt. CBCL und TRF gelten nun für das Schulalter von 6 bis 18 Jahren; zuvor reichten sie ab 4 beziehungsweise 5 Jahren. Für einen Bogen werden etwa 15 bis 20 Minuten benötigt.[1]

Die Vorgängerfassung CBCL/4-18 (2. Auflage 1998) war an einer bundesweit repräsentativen Stichprobe von annähernd 2900 Kindern und Jugendlichen normiert. Ihre acht Syndromskalen trugen teils andere Namen, darunter „Schizoid/Zwanghaft“ und „Aufmerksamkeitsstörung“.[2]

Vorschulalter

Für Kinder von 1½ bis 5 Jahren gibt es die CBCL/1½-5 für Eltern und die C-TRF/1½-5 für Erzieher. Das deutsche Manual mit Normwerten haben Julia Plück, Kristin-Katharina Scholz und Manfred Döpfner 2022 vorgelegt. Beide Bögen umfassen 100 Items und beziehen sich auf die letzten zwei Monate. Neben Syndromskalen wie „Aufmerksamkeitsprobleme“ und „Aggressives Verhalten“ lassen sich fünf DSM-orientierte Skalen bilden, darunter „Unaufmerksamkeit-Hyperaktivitätssymptome“. Normwerte gibt es für das Alter von 2;0 bis 5;11 Jahren (CBCL/1½-5: N = 850; C-TRF/1½-5: N = 1579, davon 815 Jungen und 764 Mädchen).[3]

Aufbau und Auswertung

Im ersten Teil der CBCL machen die Eltern Angaben zu Aktivitäten, sozialen Beziehungen und schulischen Leistungen, aus denen Kompetenzskalen gebildet werden.[2] Im zweiten Teil schätzen sie problematische Verhaltensweisen auf einer dreistufigen Skala von 0 bis 2 ein.

Aus den Problemitems werden bei allen drei Schulalter-Formen acht Syndromskalen gebildet: Ängstlich/depressiv, Rückzüglich/depressiv, Körperliche Beschwerden, Soziale Probleme, Denk-, (Schlaf-) und repetitive Probleme, Aufmerksamkeitsprobleme, Regelverletzendes Verhalten und Aggressives Verhalten. Übergeordnet werden Internale Probleme, Externale Probleme und die Gesamtauffälligkeit berechnet. Neu in der Fassung von 2014 sind sechs DSM-orientierte Skalen: Affektive Symptome, Angstsymptome, Körperliche Symptome, Unaufmerksamkeits-Hyperaktivitätssymptome, Oppositionelle Verhaltenssymptome und Dissoziale Symptome.[1]

Normen und Gütekriterien

Für die CBCL/6-18R (N = 2471) und den YSR/11-18R (N = 1798) liegen bundesweit repräsentative T-Werte vor. Für die TRF/6-18R gibt es nur Vergleichswerte einer Großstadtstichprobe von 397 Grundschulkindern im Alter von 6 bis 11 Jahren. Hinzu kommen Werte aus Klinikstichproben (CBCL: N = 1217, YSR: N = 718, TRF: N = 793). Die internen Konsistenzen der Skalen Internale und Externale Probleme liegen über α = 0,80, die der Gesamtauffälligkeit bei mindestens 0,93.[1]

Eine Rezension nach dem Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums (TBS-TK) beschrieb die Schulalter-Formen 2018 als etabliertes Screeningverfahren, nannte aber mehrere Schwächen: Die Normstichprobe sei 1994 erhoben und schon für die Fassung von 1998 verwendet worden. Der überwiegende Teil der Syndromskalen der CBCL erreiche nur interne Konsistenzen bis 0,70, die der Kompetenzskalen seien mangelhaft. Angaben zur Retest-Reliabilität fehlten, und für den Lehrerbogen stünden repräsentative Normen aus. Studien zeigten bislang keine ausreichende diskriminante Validität der CBCL, um einzelne Störungsbilder voneinander zu unterscheiden. Hoch reliabel seien dagegen die übergeordneten Skalen Internale und Externale Probleme.[4]

Siehe auch

Literatur

  • Döpfner M, Plück J, Kinnen C; Arbeitsgruppe Deutsche Child Behavior Checklist. CBCL/6-18R, TRF/6-18R, YSR/11-18R. Deutsche Schulalter-Formen der Child Behavior Checklist von Thomas M. Achenbach. Hogrefe; 2014.
  • Plück J, Scholz KK, Döpfner M. CBCL/1½-5, C-TRF/1½-5. Deutsche Kleinkind- und Vorschulalter-Formen der Child Behavior Checklist von Thomas M. Achenbach. Hogrefe; 2022.

Weitere interessante Artikel

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 CBCL/6-18R, TRF/6-18R, YSR/11-18R. Deutsche Schulalter-Formen der Child Behavior Checklist von Thomas M. Achenbach. Testzentrale, Hogrefe Verlag. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  2. ↑ 2,0 2,1 Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18). Testzentrale, Hogrefe Verlag. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  3. ↑ CBCL/1½-5, C-TRF/1½-5. Deutsche Kleinkind- und Vorschulalter-Formen der Child Behavior Checklist von Thomas M. Achenbach. Hogrefe Verlag. Abgerufen am 6. Oktober 2026.
  4. ↑ Esser G, Hänsch-Oelgart S, Schmitz J. TBS-TK-Rezension: CBCL/6-18R, TRF/6-18R, YSR/11-18R. Deutsche Schulalter-Formen der Child Behavior Checklist von Thomas M. Achenbach. Psychol Rundsch. 2018;69(2):144–146. doi:10.1026/0033-3042/a000394